Queenstown – Walkingtracks, Action und Party

Von Wanaka führt der Highway 6 über Cromwell, wo wir einen kurzen Lunchstop einlegten und die übergroßen Früchte am Straßenrand unübersehbar dafür stehen, dass hier ein fruchtbares Anbaugebiet liegt. Es ist auf der Strecke nach Queenstown auch ein optionaler Hop-Off Punkt, was je nach Saison für den ein oder anderen Backpacker, der ein Work & Travel Visum besitzt, interessant ist. Für mich ging es jedoch direkt weiter Richtung Queenstown.
Auf dem Highway 6 liegt auch die berühmte Kawarau Gorge Suspension Bridge, von der sich Adrenalinjunkies mit einem Bungy-Seil 43 Meter in die Tiefe stürzen. Einer, der es wissen wollte, war Josh aus Australien. Es war sein erster Bungee-Jump und natürlich war er ziemlich nervös. Unsere Gruppe hatte genug Zeit um sich einige Sprünge ansehen zu können bevor Josh seinen Sprung wagte. Es gibt hier die auch die Option für einen kurzen Moment ins Wasser zu tauchen. Ich durfte Josh auf seinem Weg nach unten filmen und ich habe großen Respekt vor seinem Mut. Mal sehen, wann es mich zu einem Adrenalin-Kick drängt…dazu gibt es Queenstown einige Möglichkeiten.
Bevor wir in Queenstown einfuhren, gab es auch die Möglichkeit eine erste Flugstunde zu absolvieren. Eine zweite Person durfte kostenfrei mitgebracht werden. Michel aus Holland hatte mich bereits beim Lunch am Lake Matheson gefragt, ob ich Lust hätte ihn zu begleiten. Der Deal war, dass ich ihn filmte und Fotoaufnahmen machte. Ich sagte zu, denn wann kommt man mal zu einem Scenic Flight in Neuseeland for free! Da waren wir nun im Flugzentrum und Michel war mächtig aufgeregt. Nach einem Einweisungsfilm ging es mit dem Fluglehrer zum Flieger und ab in die Luft. Klar war ich auch aufgeregt! Michel hat uns jedoch unter Einweisung des Piloten und einer nicht ganz sanften Landung wieder heil zur Erde zurück gebracht.

Wir wurden im Flugzentrum abgeholt und kamen nach wenigen Kilometern in Queenstown an. Wir checkten im „Base“ ein. Leider war es eine Massenabfertigung, da noch ein anderer Stray Bus aus dem Süden ankam. Wie ich bereits in einem anderen Artikel erwähnt hatte, ist das Base für mich die schlechteste Wahl aller Hostel. Aber was wollte ich machen, auch Queenstown war völlig ausgebucht, und ich musste nun wohl das beste daraus machen. Ich konnte drei Nächte in Folge buchen. Normalerweise kann man nur die erste Nacht über Stray buchen. Queenstown ist jedoch der Ausgangspunkt für Stray um zum Milford Sound, Invercargill, Stuart Island und die Catlins zu kommen. Die Tour in den tiefen Süden hatte ich jedoch nicht machen wollen, da ich mit dem Kreuzfahrtschiff bereits im Milford und Dusky Sound war und Stuart Island für mich wegen der teuren Überfahrt nicht in Frage kam. Also konnte ich drei Nächte am Stück buchen. Sehr gut, auch wenn das Hostel meine letzte Wahl gewesen wäre. Da ich mein Zimmer gar nicht so schlecht fand, versuchte ich meine Tage in Queenstown zu verlängern. Das Hostel hätte sogar noch ein Bett für mich gehabt. Allerdings funktionierte es hinten und vorne nicht mit umbuchen des Straybusses zu Mount Cook und nach Christchurch. Also musste ich es bei drei Nächten belassen.

An diesem Abend machte ich mich alleine auf ins Nachtleben. In der Bar nebenan vom Base gab es einen Drink for free für diejenigen, die im Base übernachteten. Außerdem wurde auch um einen Bungy-Jump for free gespielt. Dabei musste man mit einem Bungy-Seil um die Hüften bespannt versuchen, einen Saucenspender, der auf einem Hocker stand, in einer bestimmten Zeit zu erreichen. Es zählte also die schnellste Zeit. Die Anwärter gingen sogar soweit, dass sie teilweise komplett nackt das Spiel spielten, damit sie „angeblich“ schneller sind als die Konkurrenz. Das war vielleicht ein Spektakel. Da wusste ich, ich bin im Sündenpfuhl angekommen. Mit Alkohol traut man sich hier offenbar einiges, denn im Hintergrund standen Mädels oben ohne und nur mit Höschen bekleidet und spielten ebenfalls mit.

Nach der ersten Nacht – und ich war nicht früh von meiner Erkundungstour zurück – war ich dann ganz froh, dass es nur drei Nächte waren! Meine Zimmergenossen polterten ab ein Uhr nachts im Stundentakt in den Raum und nahmen keine Rücksicht. Auch die Musik der Bar nebenan spielte – wie ich feststellen musste – immer bis ca. 1 Uhr morgens. Wenigstens musste ich am nächsten Tag nicht aus checken, allerdings verließen am frühen morgen auch wieder einige Personen das Zimmer, so dass ich nicht wirklich viel Schlaf hatte…
Also stand ich spät auf und machte das Beste aus dem verbleibenden Tag. So machte ich mich auf den Weg zur Seilbahn, die zu einem der Aussichtspunkte im Ben Lomond Nationalpark führt. Ich entschied mich jedoch den „Tiki-Trail“ durch den Wald zu nehmen, der ca. eine Stunde bergauf dauert. Zwischendurch passiert man Mountain-Bike Trails, bei denen man immer ein Auge darauf haben sollte, ob nicht gerade ein Biker von oben an einem vorbeigerast kommt. Am Ende der Seilbahn angekommen, bot sich mir ein toller Ausblick über Queenstown. An der sog. „Skyline“-Seilbahn befindet sich auch der „Luge„, wo man Schleifen mit einer Art Kart fahren kann. Meinen Rückweg trat ich ebenfalls wieder zu Fuß an und joggte den Berg eine nicht ganz so steile Strecke wieder hinunter.

An diesem Abend ging ich nur in die Stadt um ein paar Musiker in der Stadt zu hören und fiel nach zwei Gläsern neuseeländischen Wein müde gegen ein Uhr ins Bett. Die Musik aus dem Club nebenan ertönte noch, aber es dauerte nicht mehr lange und ich schlief.

Am nächsten Tag war ein 16 Kilometer langer Spaziergang entlang des „Frankton Arm“ (Queenstown Trail/Frankton Arm Trail) des Lake Wakatipu angesagt. Ich packte die Tasche und marschierte los. Vorbei am klaren Wasser des Sees zur Brücke, die den Kawarau River überquert. Bei meinem Lunchstopp konnte ich die Jetboote beobachten, die den Fluss hinauf schossen. Ich machte mich auf den Rückweg und sah, wie im anliegenden Wald auf einem Parcour ein paar Leute Frisbees in einen Korb warfen. Es handelt sich dabei um Disc Golf. Diesen „Sport“ kannte ich noch nicht. Es schien auf jeden Fall ziemlich viel Spaß zu machen, da die Gruppe lauthals grölte.

Am letzten Abend meines Besuches im quirligen Queenstown ging ich dann mit ein paar Stray Mädels aus. Wir machten ein sogenanntes Barhopping und tanzten bis Elisabeth aus Holland so betrunken war, dass sie sich verabschiedete und ins Hostel zurückging. Ich hatte noch mein Getränk und machte mich jedoch wenig später auch auf den Weg. Ich machte einen letzten Abstecher in einen House- & Techno-Club, dessen Musik mich magisch anzog als ich vorbei kam. Nach ein paar gut gemixten Liedern verließ ich den Club und fand mein Bett…

Mein Fazit zu Queenstown: Ein Abenteuerspielplatz für Jung und Alt. Ob Skifahren im Winter, Bungy-Springen, Jetboot fahren, Bootstouren auf dem Lake Wakatipu, Kayaken, Windsurfen, Walkingtracks mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, Fliegen lernen, eine Kaffeefahrt mit der Seilbahn und im Kart den Luge herunterfahren, ausgedehnte Spaziergänge, Biketouren oder Tandem-Fallschirmsprünge, für jeden ist etwas dabei. Die Party-Nächte natürlich nicht zu vergessen. Wer es ruhiger mag, sollte sich für eine Unterkunft entscheiden, die nicht mitten in der Partymeile liegt.

 

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