Zwischenstopp in Hong Kong

Meine Reise nach Australien begann am 10.12.2017. Auf dem Weg von Düsseldorf nach Sydney mit Cathay Pacific Airlines, hatte ich einen Zwischenstopp in Hongkong. Nach ca. 11 Stunden Flug, war dies eine gute Gelegenheit sich die Beine zu vertreten. Das Flugzeug landete um 6 Uhr morgens in Hong Kong. Ich hatte einen längeren Aufenthalt eingeplant, da ich die Chance nutzen wollte, mir die Stadt anzusehen. Der Weiterflug nach Sydney ging erst um 23:55 Uhr. Also hatte ich genug Zeit. Ich hatte auch ein Einzelzimmer in einem Hostel mitten in der Stadt gebucht, damit ich mich bei Bedarf mal ausruhen, schlafen und mein Handgepäck ablegen konnte.

In Hong Kong angekommen, ging ich zuerst zum Geldautomaten im Flughafen, um nicht ganz ohne Bargeld dazustehen, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Anschließend besorgte ich mir eine Fahrkarte für die Zugverbindung zwischen Airport und der Stadt selbst. Weiterhin musste ich aber an einem anderen Schalter ein Ticket für die U-Bahn in der City kaufen, um zu meinem Hostel zu kommen.

New Lucky House Eingangstafel
New Lucky House Hong Kong

Das Hostel zu finden war gar nicht so einfach, da ich vergessen hatte, die Offlinekarte von Hong Kong bei Google Maps herunterzuladen. Glücklicherweise hatte ich einen Ausdruck der Buchungsbestätigung von booking.com dabei, auf der die Adresse auch in chinesischen Schriftzeichen aufgedruckt war. Als ich an einer Straßenecke stand, nicht so genau weiter wusste und ich schon fast beschloss in den vor mir auftauchenden Starbucks wegen eines WIFI-Codes zu gehen, kam ein Chinese und fragte in gebrochenem Englisch, wo ich hinwollte und ob er mir helfen kann. Von der Hilfsbereitschaft überrascht und zugleich froh, zeigte ich ihm meine Buchungsbestätigung mit der Adresse und er ging mit mir bis zu der Straße, wo ich hin musste. Allerdings wusste ich nicht, dass die Entfernung von dort bis zum Hostel doch noch so groß war. Nach 1,5 Kilometern kam ich endlich an der Adresse des Hostels an. Es war ein großes Gebäude mit vielen Stockwerken.

Am Aufzug im Erdgeschoss las ich mir die Tafel mit den vielen Firmen und Hostels durch. Es erinnerte mich an meine Arbeit auf der Neuaufnahmestelle im Finanzamt, wenn ich die Existenzen von Firmen in Köln prüfte und dabei an einer Adresse mit Briefkästen konfrontiert wurde, an denen angeblich all diese Firmen ansässig sein sollten, aber in dem Gebäude eigentlich gar nicht so viele Büros zur Verfügung standen.
Mein Hostel konnte ich jedoch einfach nicht finden. Merkwürdig.

Am Aufzug stand ein schrumpeliger kleiner Mann, kaum Zähne im Mund, der als sog. Concierge für das Gebäude arbeitete. Ich zeigte ihm den Ausdruck der Adresse mit den chinesen Schriftzeichen. Er gab mir mit Gesten zu verstehen, dass ich hier richtig sei. Er zeigte auf die elfte Etage im Aufzug. Geglaubt habe ich ihm allerdings nicht, weil ich ja das Firmenschild des Hostels nicht finden konnte. Also ging ich noch mal vor die Tür, um mir das Gebäude und die Hausnummer anzuschauen. New Lucky House, Nathan Road. Die Adresse stimmte mit der Booking Adresse jedenfalls überein. Mit einem mißtrauischen Gefühl ging ich wieder hinein zum Aufzug und fuhr auf die elfte Etage. Aus dem Aufzug tretend gabelte sich der Gang und ich sah ein Hostel auf dem Gang, es war allerdings nicht meines. Um die Ecke gehend hatte ich dann endlich ein Firmenschild gefunden. Es war jedoch niemand da. Die Tür war verschlossen und mit einem Codeschloss versehen. Daneben hing ein Telefon an der Wand mit einem Zettel und einer Telefonnummer. Ich wählte die Nr. und es meldete sich jemand. Ich sagte wer ich bin und dass ich einchecken möchte, wenn möglich bzw. mein Gepäck da lassen möchte. Er versicherte in 5 Minuten da zu sein. Tatsächlich kam nach 5 Minuten ein ca. 20 jähriger Chinese und ich checkte schon ein. Es war das kleinste Zimmer, was ich bisher je gesehen habe. Ein Doppelbett mit schmalen Gang und einem abgetrennten Waschraum, bei dem man sich nur duschen kann, wenn man auf der Toilette sitzt. Ok, hier wollte ich ja auch nur meine Sachen ablegen und wieder los…

Mein Bett im Hostel in Hong Kong
Hong Kong Avenue der Comic Stars
Hong Kong Avenue der Comic Stars
Schmetterlinge im Kowloon Park
Schmetterling im Kowloon Park

Bereits im Voraus hatte ich bei Big BusTours Hong Kong ein Ticket für den Hop On Hop Off Bus gebucht. Also nichts wie raus aus dem muffigen Zimmer ohne Fenster, rein ins Stadtleben.

Ich machte mich auf den Weg von der Nathan Road (New Lucky House) im Stadtteil Kowloon Richtung Hafen, wo ich meine Tour mit der inkludierten Fährüberfahrt nach Hong Kong Island / Central beginnen wollte. Dabei kam ich am Kowloon Park vorbei, den ich dann lieber durchqueren wollte, als an der geschäftigen Straße entlang zu laufen. Inmitten der Wolkenkratzer einen schön angelegten grünen Park zu entdecken, hat mich sehr aufgeheitert. Dort befindet sich auch die ‚Hong Kong Avenue der Comic Stars‘. Lustige asiatische Comic Figuren säumen den Zugang zum Kowloon Park. Hier sonnen sich Schildkröten auf Holzstämmen im Wasser und fliegen viele Schmetterlinge umher, die sich gut und vor allem nah mit dem Handy fotografieren lassen.

Schildkröten auf Holzstämmen im Wasser im Kowloon Park
Schildkröten auf Holzstämmen im Wasser im Kowloon Park

 

Richtung Hafen kam ich auch an der Station der Big Bus Tour in der Middle Road an, wo ich gegen Vorlage meines Voucher die Tickets für den Big Bus, die Fährüberfahrt und die Peak Tram bekam. Da ich nun schon einmal an der Middle Road war, schaute ich mir auch durch den Hintereingang kommend, die Lounge eines der legendärsten Hotels am Platz an. ‚The Peninsula Hong Kong‘ wurde 1928 während der Kolonialzeit eröffnet und hat noch nichts von seinem Charme eingebüst.
Vom Star Ferry Pier machte ich die Überfahrt durch den Victoria Harbour nach Hong Kong Island. Während der Überfahrt sprach mich ein älterer Chinese in sehr gutem Englisch an und erklärte mir, welche Gebäude sich auf der anderen Seite des Hafens befinden, welche Firmen dort ansässig sind und welche Bedeutung sie für die Stadt haben. Ich war sehr überrascht über die Offenheit und Freundlichkeit, die mir in Hong Kong begegnete.
Auf der anderen Seite angekommen, verabschiedeten wir uns und ich stieg in den Big Bus ein, der mich zu meinem Ziel, der ‚Peak Tram‘ fuhr und während der Fahrt schon über die an der Bus Route liegenden Sehenswürdigkeiten informierte.
Peak Tram Hong Kong
Peak Tram – Standseilbahn in Hong Kong

Die ‚Peak Tram‘ führt zum Victoria Peak hinauf, über den man eine wunderbare Aussicht auf die City hat. Nach einigen Fotos ließ ich es mir in einem dort ansässigen Restaurant mit einem chinesischen Bier und Sushi gutgehen und fuhr mit der Tram wieder hinunter ins Tal. Allerdings musste ich bei dem Rückweg ins Tal länger anstehen, da der Victoria Peak ein beliebtes sonntägliches Ausflugsziel ist. Ich führte meine Bustour weiter in Hong Kong Central durch und nahm anschließend die Fähre nach Kowloon zurück. Es dämmerte bereits und ich hatte während der Überfahrt die Gelegenheit ein fabelhaftes Bild von Hong Kong bei Nacht zu machen.

Nach einem Abendessen, bestehend aus Hühnchen mit Reis, welches ich in einer Shopping Mall aß, machte ich mich auf den Weg zum Hostel, um meine Sachen zu packen und zurück zum Flughafen zu fahren. Ich war überpünktlich dort und glücklich meinen ersten Tag der Reise soweit überstanden zu haben, nicht ahnend, dass ich mir eine Art Lebensmittelvergiftung zugezogen hatte, deren Auswirkung ich im Flieger nach Sydney zu spüren bekommen sollte…

Am Flughafen aß ich noch ein Sandwich im Fast Food Bereich und las ein Buch. Ich setzte mich als Einzelperson an einen der größten Tische, aber es war auch kein anderer Platz mehr frei. Es gesellte sich eine Musikertruppe mit Essen in der Hand zu mir, die höflich fragten, ob sie sich dazu setzen dürften. Kein Problem, kam mir ja sowieso blöd vor an einem großen Tisch allein zu sitzen.
Mein Buch „How to teach Yoga“ von Mark Stephens lesend, sprach mich einer der Musiker an. Ein Amerikaner, der auch Yoga machte erzählte, dass er Kundalini Yoga in den USA praktiziert habe. Er sei aber davon abgekommen, da er jetzt in Nordkorea lebe, Englisch unterrichtet und Jazz-Musik macht. Da ich mit dem kleinen Reise-Englisch Wörterbuch versuchte Worte aus dem Buch zu übersetzen, die ich aber nicht im Wörterbuch finden konnte, half er mir einige zu übersetzen, in dem er die Worte in Englisch umschrieb. Er fragte mich warum ich dieses Buch lese und ich erzählte, dass im Mai 2017 ein Yoga Teacher Training auf Bali besuchen werde und das Buch der Vorbereitung dient.
Blick vom Victoria Peak auf Hong Kong
Aussicht vom Victoria Peak auf Hong Kong
Hong Kong Skyline
Hong Kong Skyline bei Dämmerung
Die Musiker zu treffen war ein schöner Zeitvertreib während ich auf meinen Anschlussflug wartete. Sie waren für einen Gig in Hong Kong in einem Flughafenrestaurant gebucht worden und mussten los. ich wurde eingeladen zuzuhören, musste aber schauen, wo das Gate war und ich wollte mir für die Ankunft in Sydney noch ein weiteres Sandwich kaufen. Der Yoga begeisterte Musiker besorgte sich auch noch ein Sandwich und da ich die restlichen Hong Kong Dollar loswerden wollte, lud ich ihn zum Sandwich und einem Muffin ein und sagte scherzhaft, dass es bekannt ist, dass die meisten Musiker notorisch arm sind 😉 Er lachte, bedankte sich und sagte, dass diese Geste für ein gutes Karma sorge und ich sicherlich bald dafür belohnt werde. Er gab mir eine selbstgebastelte Visitenkarte von sich und ich beeilte mich zum Gate zu kommen.
Alles in allem war Hong Kong ein sehr positives Erlebnis, was ich nicht erwartet hatte. Ein sehr interessanter Reise-Auftakt! Ganz furchtbar allerdings finde ich das „auf die Straße spucken“ in Hong Kong. Den Hinterlassenschaften auszuweichen ist fast unmöglich! Really Disgusting! Ein Zwischenstopp in Hong Kong bietet sich nicht nur bei einer Weiterreise nach Australien, sondern auch bei einer Reise nach Südostasien, wenn man z.B. nach Vietnam reisen möchte.
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